Hier finden Sie in lockerer Folge Anmerkungen zu Fragen, die uns häufig gestellt werden.
»Kann man denn jetzt schon/noch … pflanzen?« ist die wohl meistgestellte Frage. Sie soll hier einmal ausführlich beantwortet werden:
Bäume und Sträucher ohne Topf werden in der Zeit von Mitte Oktober bis zum Erscheinen der ersten neuen Blätter im Frühjahr gepflanzt. Unterbrochen wird diese Spanne nur durch Zeiten, in denen der Boden so stark gefroren ist, dass man mit dem Spaten nicht in die Erde kommt. Leichte Fröste vor oder nach dem Pflanzen schaden nicht.
Bei Tannen und anderen Nadelgehölzen mit Erdballen oder offenen Wurzeln geht die Pflanzzeit von Ende September bis Ende April
Bäume und Sträucher sowie Nadelgehölze im Topf können jederzeit gepflanzt werden,auch während der Blüte, nur nicht bei fest gefrorenem Boden.
Stauden pflanzt man bevorzugt im Frühjahr oder im zeitigen Herbst, Stauden im Topf auch mitten im Sommer. Nur vergessen Sie nicht zu wässern.
Stiefmütterchen, Bellis, Narzissen und Co vertragen leichten Frost und Schnee und können daher auch schon im März gepflanzt werden.
Sommerblumen wie Geranien, Lobelien, Begonien usw. vertragen keinen Frost. Sie sollten daher erst nach den »Eisheiligen« gepflanzt werden. Die »Eisheiligen« sind 5 Namenstage von Heiligen in der Zeit vom 11. bis 15. Mai. Aus der Erfahrung langjähriger Wetterbeobachtung bringen diese Tage oft noch einmal Frostnächte zurück. Sollten Sie schon Sommerblumen gepflanzt haben, wenn eine kalte Nacht angekündigt wird, können Sie diese durch Abdecken mit einer Decke oder Vlies schützen.
Das ist kein Schädling oder eine Krankheit, sondern Flechten, eine Lebensgemeinschaft aus Pilzen und Algen, die die Pflanze nur als Unterlage benötigen. Sie entnehmen der Pflanze keine Nährstoffe oder Wasser, schaden also der Pflanze nicht. Mehr Informationen bei Wikipedia
Warum das so ist hat noch niemand besser beschrieben als der Rasen-Fachmann Günther Schwab. Mit freundlicher Genehmigung des Autors geben wir seinen Beitrag zum Thema »Der Vertikutier-Mythos« hier wieder:
Jeder, der einen schönen Rasen haben möchte muss mindestens einmal pro Jahr vertikutieren. Richtig oder Falsch? Natürlich Falsch. Warum?
Warum macht es denn der Profi? Und warum ist es im Privatgarten sinnlos?
Als Vertikutieren bezeichnet man das vertikale Schlitzen der Grasnarbe um Rasenfilz zu entfernen. Im professionellen Bereich, das heißt auf Fußballplätzen und Golfplätzen, in Stadien und Arenen kommt es in erster Linie darauf an, dass der Rasen bei jedem Wetter betret- und bespielbar ist. Erst in zweiter Linie steht die Qualität der Grasnarbe. Um diese hohe Belastbarkeit und Wasserdurchlässigkeit zu erreichen muss die Rasentragschicht, also die Schicht in der der Rasen wächst zum Hauptteil aus Sand bestehen. Diese Zusammensetzung der Rasentragschicht ist hinsichtlich der Kornkurve (der Verteilung der Korngrößen) in DIN 18035 geregelt. Hier wird versucht, eine maximale Wasserdurchlässigkeit bei möglichst guter Scherfestigkeit zu erreichen. In der Regel besteht so eine Rasentragschicht heute aus 90% Sand und 10% sandigem Oberboden. Ein Boden, der so mager und pflanzenfeindlich ist, auf den ein halbwegs vernünftiger Landwirt nicht einmal Roggen säen würde, steril ohne jedes Bodenleben, aber maximal wasserdurchlässig. Um auf einem solchen Boden guten Rasen gedeihen zu lassen sind Spezialisten notwendig und auch spezielle Pflegemaßnahmen.
Durch das Fehlen von Bodenorganismen baut sich nämlich der natürliche Rasenfilz, der durch liegen gebliebenes Mähgut entsteht, nicht ab, so wie das auf natürlichen Gartenböden der Fall ist, sondern muss durch striegeln und vertikutieren manuell entfernt werden. Auch werden durch das Bespielen der Rasenfläche mit Stollen grüne Gräser in den Boden gestampft und werden hier zum Teil anaerob zersetzt. Das kann einen harten, wasserabweisenden Filz verursachen, der die Wasserdurchlässigkeit behindert. Deshalb ist der Rasenfilz im professionellen Bereich schlecht und unerwünscht und muss durch eine Gewaltmaßnahme, bei der die Grasnarbe in jedem Fall geschädigt wird, entfernt werden. Diese Maßnahme besteht beim Profi immer aus vier Arbeitsschritten: vertikutieren, besanden, nachsäen, und düngen. Vertikutieren um den Filz zu entfernen, besanden um die Wasserdurchlässigkeit zu erhöhen und den verbleibenden Filz zu »verdünnen«, nachsäen um die ramponierte Grasnarbe wieder zu schließen und düngen um die verbliebenen Gräser zu stärken.
Im Privatgarten ist nicht die Wasserdurchlässigkeit das höchste Ziel, sondern ein schöner Rasen. Auch gibt es auf guten Gartenböden nie mehr als einen Zentimeter lockeren Filz, der für die Grasnarbe sogar wichtig ist. Somit ist Rasenfilz also nicht das Problem. Was häufig das Problem in privaten Rasenflächen ist, ist Moos. Moos hat aber mit Rasenfilz überhaupt nichts zu tun. Moos ist eine Zeigerpflanze für Stickstoffmangel. Moos kommt immer dann - und nur dann - wenn zu wenig gedüngt wird und der Boden Nährstoffarm ist. Meist ist das im Kronenbereich von Bäumen und im Bereich von Hecken zuerst der Fall, weshalb sich hartnäckig das Gerücht hält, Moos komme vom Schatten und von feuchten Böden. In Wirklichkeit werden in diesen Bereichen die Nährstoffe von den flachen Saugwurzeln der Bäume und Sträucher nur schneller verbraucht und es besteht dort einfach mehr Bedarf an Dünger. Natürlich ist es so, dass Dünger, vor Allem organischer Dünger, in Schattenlagen schlechter umgesetzt wird, dies ist aber nicht ursächlich sondern kommt erschwerend hinzu. Moos tritt also da nicht auf, wo ausreichend gedüngt wird, bzw. verschwindet sofort, wenn Stickstoff aufgebracht wird.
Was passiert wenn eine vermooste Rasenfläche vertikutiert wird um das Moos manuell zu entfernen? Zum Einen werden Rasenpflanzen, die ohnehin schon gestreßt und hungrig sind auch noch verletzt und Blatt- und Wurzelmasse zerstört, zum Anderen werden auch gerade im Frühjahre regelrechte »Landebahnen« für Unkrautsamen geschaffen, besonders für den Löwenzahn, der bereits im zeitigen Frühjahr fliegt. Je öfter man also vertikutiert, je mehr man die Grasnarbe verletzt umso mehr Unkraut bekommt man und umso schneller wird der Rasen unansehnlich.
Manche Leute behaupten auch der Rasen bräuchte Luft und deshalb sollte man vertikutieren. Warum dann in Blätter und Wurzeln schneiden? Wenn es wirklich eine Art Lunge des Grases direkt unter der Erdoberfläche gäbe, warum dann nicht großflächig beatmen statt die Gräser zu zerschlitzen? Wenn ich das mal auf uns Menschen projiziere, würde das bedeuten, dass uns ab und zu mal ein Arm oder ein Bein abgehackt werden sollte, damit wir besser Luft bekommen. Das hört sich nicht sehr stimmig an.
In Wirklichkeit braucht Rasen weder mehr Luft als er ohnehin um sich hat, sondern nur mehr Dünger. 3 bis 5 Düngegaben pro Jahr sind in der Regel notwendig um einen perfekten Rasen zu erhalten und je weniger man die Grasnarbe verletzt umso schöner ist der Rasen und umso weniger Unkraut kann sich ansiedeln. Also lieber seinen Vertikutierer verkaufen und von dem Erlös ein paar Sack Dünger kaufen, davon hat der Rasen mehr als von andauerndem Pflegestress durch mechanische Maßnahmen.
Weitere interessante Beiträge zum Thema »Rasen« finden Sie auf Günther Schwabs Webseite www.rasenblog.de/